AKB Rosenheim

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In seiner Sitzung am Montag, den 6.6.05 verabschiedete das AKB Rosenheim eine ganze Reihe von Forderungen und Positionen, die Sie im Anschluß lesen können. Das Bündnis schließt sich in allen wesentlichen Punkten den Forderungen an, die auf dem landesweiten Kongress "Reclaim Education - Bildung für Alle!" am vorangegangenem Wochenende verabschiedet wurden. Auch zusätzliche Aspekte wurden hinzugefügt. Das Papier stellt einen ersten Katalog von möglichen und realistischen Forderungen an Bildungspolitik dar. Dabei geht es nicht ins Detail, sondern schildert nur einen gewissen Rahmen. Für weitergehende Fragen, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an akb-rosenheim@web.de.

Studiengebühren Bayern

Forderungen des AKB Rosenheim

Bildung umfasst mehr als die bloße Fähigkeit, einen Beruf ausüben zu können. Sie beginnt am Tag der Geburt eines Menschen und setzt sich lebenslang fort. Sie ist Menschenrecht, weshalb der Staat ihr gegenüber eine besondere Verantwortung besitzt. Daher umfassen die von ihm zu fördernden Bereiche mindestens Kindertagsstätten, Schulen, Hoch- und weiterführende Schulen sowie Weiterbildungsmaßnahmen. Aber auch darüber hinaus müssen alle Arten von Bildungseinrichtungen wie z.B. Bibliotheken unterstützt werden.

Das AKB Rosenheim fordert daher die drastische Erhöhung des Bildungsetats in all seinen Aspekten. Die Bildungschancen eines Menschen müssen unabhängig von seinem finanziellen oder sozialen Hintergrund sein. Allen muss der Zugang zu Bildung offen stehen, was insbesondere deren Kostenfreiheit einschließt. Dies umfasst auch das Ausgleichen evtl. bestehender Ungleichheiten und die Integration. Der Begriff der Integration umfasst dabei neben Mitbürger/innen mit Migrationshintergrund auch Menschen aus sozial benachteiligten Schichten, Menschen mit körperlicher und ? soweit es der gesundheitliche Zustand zulässt ? geistiger Beeinträchtigung (?Behinderung?). Wir stellen fest, dass Bildung eine gesamtgesellschaftliche  Aufgabe ist, und weder auf einzelne Lebensabschnitte  noch auf bestimmte Bildungseinrichtungen begrenzt ist. Im Folgenden unsere Forderungen für die Bereiche Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen.

 

Soziale Selektion beginnt bereits in Kindertagesstätten, deshalb fordern wir:

 

  • die Gebührenfreiheit von KiTas
  • ausreichende KiTa-Plätze
  • niedrigere Betreuungsschlüssel und mehr professionelles Personal.
  • Kapazitäten für individuelle Förderung, z.B. von Kindern mit Lernschwierigkeiten, Sprachbarrieren, spezieller Neigungen und Begabungen usw.
  • Ausbau der integrativen Funktion der KiTas
  • die völlige Wahlfreiheit der Eltern bezüglich Ort und Art des KiTa-Platzes (faire ?Gastkinderregelung?) und die
  • Verbindlichkeit des Bildungs- und Erziehungsplanes (BEP), um damit neben dem Verwahrungs- auch dem Bildungsauftrag der Kindertagsstätten gerecht zu werden. Gleichzeitig verlangen wir

 

Da die soziale Selektion sich in den Schulen potenziert, fordern wir konkret:

 

  • die Gebührenfreiheit von Schulen
  • die Nichtumsetzung der Pläne für Büchergeld
  • Übernahme aller Kosten, die Eltern für den Schulbesuch derzeit entstehen. Darunter fallen insbesondere: Kopiergeld, Atlanten, Wörterbücher, Duden, Formelsammlungen und Schulwegkosten ab der 10. Klasse. Schulausflüge und Klassenfahrten müssen als Orte des sozialen Lernens begriffen werden und von daher die Kosten vom Staat übernommen werden.
  • Eine Schule für alle als integrative Gemeinschaftsschule, d.h. gemeinschaftlicher Schulbesuch bis zum ersten Schulabschluss
  • Ausreichende LehrerInnenstellen, damit die Klassenstärke deutlich verkleinert wird und multiprofessionelles pädagogisches Personal für Betreuung und soziales Lernen über den Unterricht hinaus.
  • Kapazitäten für individuelle Förderung, z.B. von Kindern mit Lernschwierigkeiten, Sprachbarrieren und spezieller Neigungen usw.
  • bessere LehrerInnenausbildung, mit einem größeren Schwerpunkt auf pädagogischen und methodischen Kenntnissen
  • Förderung des Demokratiebewusstseins durch mehr Mitbestimmungsrechte, eine Stärkung der SchülerInnenselbstverwaltung und die Anerkennung der bundesweiten SchülerInnenvertretung
  • Aufhebung des autoritären Charakters von Schule, stattdessen Gleichberechtigung von Schüler/innen, Eltern und Lehrkörper innerhalb und gegenüber der Institution Schule. Abschaffung der Straf- und Überwachungssystematik, stattdessen pädagogischer Umgang mit ?abweichendem? Verhalten.
  • Abschaffung der Bildungshoheit der Länder und damit die Auflösung der Kultusministerkonferenz, um ein bundesweit einheitliches Schulsystem zu etablieren

 

Für Hochschulen fordern wir:

 

  • die Gebührenfreiheit der Hochschulen, d.h. den Verzicht auf jegliche Form von Studiengebühren
  • die Schaffung des generell elternunabhängigen BAföGs sowie dessen Erhöhung. Dabei nicht auf Darlehensbasis, sondern als volle staatliche Leistung.
  • sofortige drastische Erhöhung des staatlichen Bildungsetats
  • paritätische Mitbestimmung in den ausschließlich demokratisch gewählten  Entscheidungsgremien der Hochschule.
  • Stärkung der studentischen Selbstverwaltung durch die gesetzliche Verankerung der Verfassten Studierendenschaft mit Satzungs- und Finanzhoheit und allgemeinpolitischen Mandat
  • Freier Zugang  zur Hochschule um Elitenbildung zu verhindern, keine quantitativen Zugangbeschränkungen z.B. für Masterstudiengänge, freie Studienortswahl. Der Numerus Clausus wurde vom BVerfG als Notlösung geduldet, wir sprechen gegen den Numerus Clausus aus und fordern stattdessen eine bessere Beratung hinsichtlich der Studienplatzwahl an den Schulen.
  • Vermeintliche ?Leistungen? im Bezug auf Noten dürfen nicht zu einer finanziellen Bevorteilung durch den Staat führen. Dieser Personenkreis profitiert ohnehin auf dem so genannten Arbeitsmarkt.
  •  Sofortige Abschaffung des Elitenetzwerk Bayern. Hervorragende Bildung für alle Menschen.

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